Terrassenüberdachung · Raum Tuttlingen
Wintergarten bei Stockach
Projektbericht vom

Der Platz war vorgegeben. An diesem Haus bei Stockach sitzt zwischen zwei Gebäudeteilen eine Ecke, über der schon vorher ein Ziegeldach lag, und der neue Glasraum musste sich exakt darunter einfügen. Man sieht es an seiner Form: Zur Schmalseite hin folgt die verglaste Fläche der Schräge des Hausdachs und läuft nach hinten spitz zu, zur Terrasse hin steht eine gerade, hohe Front mit grauen Profilen, die die Linien der Dachkante aufnehmen.
Grau statt Braun
Vorher stand an dieser Stelle ein Wintergarten aus Holz. Dunkelbraun gestrichen, mit kräftigen Rahmen und gesprosster Schmalseite. Holz an so einer Stelle steht das ganze Jahr im Wetter, es arbeitet, es will gestrichen werden. Der neue Bau ist ein Alerio von Solarlux und damit Aluminium: pulverbeschichtet, statisch durchgerechnet, ohne Anstrich. Die Montage war nach drei Tagen erledigt. Innen liegt ein hell gepflasterter Boden, draußen schließen die roten Terrassenplatten an.

Was der Raum kann
Wintergarten heißt hier: ein Glasraum ohne Dämmung und ohne Heizung. Die Profile sind ungedämmt, der Raum lebt von der Sonne: Im März wärmt ihn die Mittagssonne so weit auf, dass draußen noch niemand sitzen würde, im Januar bleibt er ein Wetterschutz mit Aussicht. Dafür ist er groß verglast, und das Glasdach ist hinten unter das Ziegeldach gezogen.
An der Front laufen breite Parallelschiebe-Kipp-Elemente: Wer nur Luft hereinlassen will, kippt sie oben an, wer den Raum öffnen will, schiebt sie zur Seite. An der Schmalseite kommt ein Kipp-Fenster dazu, das für Durchzug sorgt. Gegen zu viel Sonne ist eine Dachmarkise integriert, für die Abende eine dimmbare Beleuchtung. Genutzt wird der Raum als Esszimmer im Halbfreien, die Tür ins Haus steht dabei offen: Wer am Tisch sitzt, sitzt hinter Glas und trotzdem unter demselben Ziegeldach wie vorher der Holzbau.





