Terrassenüberdachung · Raum Bad Saulgau
Kaltwintergarten in Herbertingen
Projektbericht vom

Auf dem Glas liegt Schnee, und die Kante darunter bleibt trotzdem gerade. Von unten wird die weiße Schicht zu Licht: Die dunklen Sparren laufen als Raster unter den Scheiben durch, darüber steht der Schnee und nimmt der tief stehenden Wintersonne die Härte. Getragen wird das Dach von einem Acubis von Solarlux, und was dort oben liegen bleibt, ist in seiner Statik eingerechnet.
Glas ohne Rahmen
An der Ecke laufen Ganzglas-Schiebeelemente: Scheibe an Scheibe, dazwischen nur schmale Fugen, kein Profil, das den Blick zerteilt. Geschlossen bleibt der Winter draußen und trotzdem im Bild, der kahle, breit ausladende Baum auf dem runden Beet und die Dächer der Nachbarschaft in Herbertingen. In der warmen Jahreszeit fahren die Scheiben zur Seite, dann bleibt von der Konstruktion fast nur das Dach übrig. Genau darauf zielt der Bau: Familie R. nutzt den Raum fast das ganze Jahr über, im Sommer offen, im Winter geschlossen.

Was ein Kaltwintergarten leistet
Eingerichtet ist der Raum wie ein Zimmer, mit Ledersesseln, Fellen über den Lehnen und einem Teppich auf dem Plattenboden. Das ist keine Frage des Geschmacks, sondern eine Folge der Bauart: Geheizt wird hier nichts. Was den Raum wärmt, ist die Sonne, die von zwei verglasten Seiten gleichzeitig hereinfällt. An einem klaren Wintermittag reicht in einem der Sessel genau das. Steht die Sonne am Nachmittag hinter den Nachbardächern, wird es zügig kühl, und die Felle sind dann keine Dekoration, sondern Ausstattung.

Der Schnee auf dem Glas bleibt bis zum Tauwetter liegen. Darunter geht der Nachmittag weiter.




