Lamellendach · Raum Konstanz
Lamellendach in Konstanz
Projektbericht vom

Zwei Farben, ein Dach: Der Rahmen dieses Lamellendachs ist anthrazit, die Lamellen darin sind hell. Von unten wirkt die Decke dadurch wie eine helle Fläche in dunklem Rand; die Lamellen selbst sind doppelwandig gebaut. Getragen wird die Überdachung von eigenen Stützen, die dicht vor der weißen Fassade eines Wohnhauses in Konstanz stehen.
Lamellen auf, Lamellen zu
Die Lamellen drehen sich. Steil gestellt lassen sie Sonne unter das Dach, flach gelegt legen sie Streifen aus Licht und Schatten über den Tisch, geschlossen werden sie zur dichten Fläche. Damit lässt sich der Platz auch dann nutzen, wenn es leicht regnet oder Wind aufkommt. Dort liegt zugleich die Grenze: Solange die Lamellen offen stehen, ist auch das Dach offen. Erst geschlossen sammelt sich das Wasser in der Rinne und läuft innen durch die Stützen ab. Verbaut ist ein Lamaxa L60 von Warema, das kräftiger gebaute Modell der Reihe. An seinen Stützen hängt hier die Beschattung.

Grauer Stoff zur Nachbarseite
Genutzt ist davon der Sonnenschutz. Zwischen den Stützen hängen graue Senkrechtmarkisen, unterschiedlich weit abgelassen, zur Nachbarseite hin ganz unten. Wo der Stoff bis auf den Boden reicht, bekommt die Fläche weiche Wände: tief stehende Sonne bleibt draußen, der Blick von nebenan ebenso. Am Haus übernehmen dunkle Raffstoren dieselbe Aufgabe, auf dem Dach darüber liegen Photovoltaik-Module.
Zieht Familie K. die breite Schiebetür auf, steht sie aus dem Wohnraum heraus direkt unter den Lamellen; sind die Lamellen geschlossen, bleibt der lange Tisch dort trocken. Wärme bringt so ein Dach nicht mit; im Januar bleibt es eine kalte Terrasse. Von den ersten warmen Tagen an aber entscheidet nicht mehr das Wetter allein, wie lange draußen gesessen wird, sondern die Stellung der Lamellen.





