Terrassenüberdachung · Raum Bad Saulgau
Terrassendach mit Beschattung bei Bad Saulgau
Projektbericht vom

Zwischen hellem Putz und grauem Pflaster steht jetzt ein dunkler Block: ein anthrazitfarbener Kubus mit gerader, umlaufender Blende, ohne sichtbares Gefälle und ohne aufgesetzte Sparren. Das Wohnhaus in Herbertingen bei Bad Saulgau ist schlicht verputzt, die Überdachung vor der Terrassentür spricht bewusst anders. Vermittelt wird über die Farbe: Das dunkle Grau nimmt sich neben dem beigen Putz zurück, statt sich davorzustellen.
Sonnenschutz in mehreren Ebenen
Die Terrasse liegt nach Süden, und danach ist die ganze Ausstattung geplant. Steht die Sonne hoch, fährt unter dem Glas ein helles Tuch über die Fläche und dämpft das harte Licht auf dem Pflaster; dort liegt die Markise geschützter als über dem Glas. Fällt das Licht flach unter das Dach, übernimmt die zweite Ebene: An den sonnenexponierten Seiten fahren elektrisch verstellbare Senkrechtbeschattungen herunter, deren Höhe sich frei einstellen lässt. Ihre Tücher sind seitlich mit einem Reißverschluss in Führungsschienen eingefasst, halten deshalb auch bei Wind ihre Form und hängen an den Rändern nicht durch. Dazu hängen an einer Schiene an der Dachkante dunkle Stoffvorhänge, die sich zu den Stützen hin raffen lassen.

Licht durch Gewebe
Sind Markise und Senkrechtbahnen ausgefahren, wird aus der Überdachung ein Raum mit Stoffwänden, und das Licht darunter wird weich und milchig. Bedient wird alles über eine Funkfernbedienung, die Beleuchtung eingeschlossen: Die Beleuchtung sitzt in den Sparren selbst, dimmbar bis auf ein Restlicht, und wer abends am Tisch sitzt, dreht sie so weit herunter, wie der Abend es verlangt. Was die Tücher nicht können, ist Wetter: Sie nehmen Sonne und Blicke, gegen Regen von der Seite hilft nur das Glas über dem Kopf, und trocken bleibt vor allem der Streifen an der Hauswand.

Vom Garten aus sieht man zuerst den dunklen Kubus. Das beige Haus dahinter bleibt, was es war.




