Terrassenüberdachung · Raum Biberach, Bad Saulgau
Terrassendach in Dürmentingen bei Riedlingen
Projektbericht vom

Die Terrasse dieses Hauses in Dürmentingen liegt nicht am Garten, sie liegt darüber: auf einem Sockel aus hellen Betonelementen, mit einer breiten Blockstufen-Treppe hinunter zum Rasen. Von oben geht der Blick über die Dächer der Nachbarschaft bis zu den Hügeln dahinter. Groß sollte der überdachte Platz werden, damit die ganze Familie darunter sitzen kann, und genau in diese Lage wurde er eingepasst: ein kubisches Dach in Anthrazit, das an zwei Seiten ans Haus anschließt und sich an den beiden anderen zum Garten öffnet.
Klare Kante, verstecktes Gefälle
Gebaut ist der Anbau als Acubis von Solarlux, verglast mit Sicherheitsglas. Seine Sparren liegen unter der Glasebene, nach außen zeigt er nur eine gerade, umlaufende Blende: Flachdach-Optik ohne sichtbares Gefälle. Dahinter steckt trotzdem keine ebene Fläche. Etwas mehr als fünf Meter misst der Anbau in der Tiefe, und über diese Spanne ist das Dach als Satteldach ausgeführt; zwei Grad Neigung genügen, damit Regenwasser abläuft. Wohin es abläuft, sieht man ebenfalls nicht: Die Entwässerung steckt in den Stützen, hinter Revisionsblenden, die sich bei Bedarf öffnen lassen. Am Wandanschluss trägt eine Stahlunterkonstruktion die Lasten ab, auf ihr ist das Dach befestigt.

Glas, das sich wegschieben lässt
Unter dem Dach schließen raumhohe, rahmenlose Schiebeflügel die Terrasse; auf der Brüstung setzen Cortenstahl-Kästen mit Stauden und Gräsern einen rostroten Ton gegen den grauen Stein. Offen geschoben bleibt der Platz eine Terrasse, zugezogen halten die Glaswände Wind und Regen ab. Über dem Sitzplatz hängen Kugelleuchten an der Dachkonstruktion, der Platz ist also auch nach Einbruch der Dunkelheit nutzbar. Beheizt ist er nicht: Im Januar ist es hier so kalt wie im Garten, und was den Winter über stehen bleibt, muss das aushalten.
Wenn die Tücher unten sind
Gegen tief stehende Sonne hilft an dieser Stelle kein Glas, sondern Tuch. An den Glasseiten laufen Senkrechtmarkisen; sind sie unten, steht vor der weißen Fassade statt eines durchsichtigen Kubus eine ruhige helle Fläche, durch die von außen nur noch Umrisse dringen. Sie halten die Strahlen draußen und die Blicke gleich mit; drinnen fällt das Licht weich ein, und der Sitzplatz liegt in einem Raum statt in einem Schaukasten. Fahren die Tücher hoch, ist der Blick über die Dächer zurück.

Neu ist, was oben auf der breiten Treppe wartet: ein trockener Platz über den Dächern, der sich an jedem Tag neu entscheiden lässt, offen, verglast oder hinter Tuch.




