Terrassenüberdachung · Raum Wangen
Terrassendach in Ratzenried zwischen Wangen und Kisslegg
Projektbericht vom

Vor diesem Haus in Ratzenried beginnt die Terrasse nicht ebenerdig. Sie sitzt auf einer Mauer aus groben Steinblöcken, vor der der Garten abfällt, und wer oben am Tisch sitzt, sitzt ein Stück über dem Grundstück. Das Obergeschoss darüber trägt eine waagerechte Holzschalung, in der Mitte liegt ein zurückgesetzter Balkon, unten steht ein weiß verputztes Erdgeschoss mit dunklen Rahmen.
Ein Dach für ein Haus aus Holz
Errichtet wurde das Gebäude in Holz-Ständer-Bauweise, und das bestimmt mit, wie ein Dach daran hängt. Statt einfach quer über die Fassade zu laufen, hat die Überdachung am Wandanschluss einen Tiefenversatz und fügt sich am Hausvorsprung ein. Gebaut ist sie als Atrium Plus von Solarlux, dem System mit außen liegender Statik: Die tragenden Sparren sitzen oberhalb der Glasfläche, deshalb bleibt von unten fast nur Glas und Himmel, und über der vorderen Traufe stehen die Sparrenköpfe als kurze Reihe ins Freie.

Was ein Winter hier oben verlangt
Ein Terrassendach muss im Allgäu oft 250 bis 350 Kilogramm je Quadratmeter aushalten, in den höheren Lagen auch mehr, ein gleich großes Dach unten am Bodensee deutlich weniger. Wo die Last es verlangt, verstärken Stahleinschübe die Profile von innen, oder es kommt eine Stütze mehr in die Front. Man sieht davon nichts, gerade das ist der Punkt: Ein Terrassendach vor einer Holzfassade darf nicht schwerer wirken, als es muss.
Glas an der Seite, Holz unter den Füßen
An der Schmalseite steht raumhohes Glas, die Front bleibt offen. Gegen den Zug, der über die Wiese kommt, reicht das. Gegen Regen, der von vorn hereinweht, hilft es nicht, und der Sitzplatz bleibt ein überdachtes Stück Garten. Der Schritt danach ist mitgeplant: Geplant war das von Anfang an: Die Terrassenüberdachung lässt sich jederzeit zum Kaltwintergarten schließen.

Von unten aus dem Garten sieht man zuerst die Steinmauer und darüber eine gerade Kante aus Glas.




