Terrassenüberdachung · Raum Villingen-Schwenningen
Kalt-Wintergarten Donaueschingen
Projektbericht vom

Auffällig ist an diesem Anbau vor allem, was fehlt: kein sichtbares Gefälle, keine Sparren über dem Glas, kein Fallrohr an der Ecke, nur ein anthrazitfarbener Kubus mit gerader Kante an einem ockerfarbenen Haus mit steilem Ziegeldach. Wie das Haus mit Regen umgeht, zeigt es offen: An der Wand daneben läuft ein Rohr von der Dachrinne bis auf den Boden. Geneigt ist auch das Dach des Kubus, sonst liefe kein Wasser ab; beim Acubis von Solarlux steckt das Gefälle im Aufbau, das Wasser läuft innen durch die Stützen.
Zwei Seiten Glas, eine Ecksäule
Zum Garten hin besteht der Raum aus Glas: Auf zwei Seiten laufen rahmenlose Flügel Kante an Kante vom Boden bis unter die Blende, sie treffen sich an einer schlanken Ecksäule. Alles, was nicht Glas ist, trägt RAL 7016 Anthrazitgrau, einen ähnlich dunklen Ton wie die Fensterrahmen des Hauses. Deshalb steht der Kubus nicht wie ein später angesetztes Teil vor der Fassade, sondern wie ein Stück des Einfamilienhauses. Familie G. wollte in Donaueschingen einen geschützten Platz zum Frühstücken, für Grillabende und für die Kinder, einen, der nicht nur im Hochsommer funktioniert.

Ein helles Tuch unter dem Glas
Unter der Verglasung hängt eine Markise, die sich über die ganze Dachfläche zieht. Gesteuert wird sie über einen Motor, der sie leise und gleichmäßig herausschiebt; ausgefahren nimmt sie dem Licht die Härte und legt eine helle Decke über den Raum, eingefahren ist oben wieder Glas. Für die Abende sitzen dimmbare LED-Spots unter dem Dach. Geheizt wird hier nicht. Liegt im Winter Schnee auf dem Kies, steht man drinnen trocken und windstill, aber nicht im Warmen: Ein Kalt-Wintergarten verlängert die Terrassenzeit an beiden Enden des Jahres und tut nicht so, als wäre er ein Zimmer. Die gerade Linie über dem Glas bleibt davon unberührt.





