Lamaxa L50, L60 oder L70: welches Lamellendach passt zu deinem Haus?

Stefan RettichStefan Rettich · Filialleiter HerbertingenStand: 9 Min. Lesezeit
Anthrazitfarbenes Lamellendach Warema Lamaxa L70 mit geöffneten Lamellen und seitlichen Glasschiebewänden an einem Wohnhaus

Fünf mal vier Meter über der Terrasse, angebaut ans Haus. Diese Größe lässt sich in allen drei Lamaxa-Modellen bauen, im L50 genauso wie im L60 und im L70. Gleicher Grundriss, gleiche Fläche, gleiche Steuerung, und zwischen dem günstigsten und dem teuersten Modell liegen rund 30.000 Euro. Im Netz findest du dazu Modellbeschreibungen und Ausstattungslisten, aber keine Antwort auf die Frage, die dahintersteht: Wofür genau zahlst du diesen Unterschied, und wann brauchst du ihn? Für diesen Ratgeber haben wir dasselbe Dach in allen drei Ausführungen durchgerechnet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die drei Modelle unterscheiden sich nicht in der Ausstattung, sondern in der Konstruktion: Das L50 ist filigran gebaut, das L60 kräftiger, das L70 entspricht dem L60 und hat zusätzlich ein verfahrbares Lamellenpaket.
  • Der eigentliche Sprung liegt zwischen L50 und L60: kräftigere Stützen und Traversen, Traglast der Konstruktion 350 statt 230 kg/m², und erst ab dem L60 lassen sich Glasschiebewand und Senkrechtbeschattung gemeinsam anbringen.
  • Zwischen L60 und L70 ändert sich eine einzige Funktion. Statik, Maße und Zubehör sind identisch.
  • Dasselbe Dach von 5 × 4 Metern, nur das Dach ohne Zubehör, inklusive Montage: rund 25.000 € beim L50, rund 30.000 € beim L60, rund 55.000 € beim L70 (Stand August 2026).
  • Die Schneelast entscheidet nicht über das Modell. Gebaut werden kann überall, in schneereichen Lagen fällt dafür mehr Arbeit im Winter an.
  • Als Einzeldach reicht das L50 bis 4,50 × 6,02 m, L60 und L70 bis 4,75 × 6,33 m. Größere Flächen entstehen als gekoppelte Anlage.

Was unterscheidet L50, L60 und L70?

Drei Dinge: wie kräftig die Konstruktion gebaut ist, wie die seitliche Beschattung angebracht wird, und ob sich das Lamellenpaket verfahren lässt. Alles andere, von der LED-Beleuchtung über den Heizstrahler bis zur Funksteuerung, gibt es bei allen drei Modellen.

Merkmal Lamaxa L50 Lamaxa L60 Lamaxa L70
Lamellen wendbar wendbar, doppelwandig wendbar und verfahrbar
Traglast der Konstruktion bis 230 kg/m² bis 350 kg/m² bis 350 kg/m²
Maximalmaß Breite × Länge 4,50 × 6,02 m 4,75 × 6,33 m 4,75 × 6,33 m
Senkrechtbeschattung unter der Traverse angesetzt in den Rahmen integriert in den Rahmen integriert
Glaswand und Beschattung gemeinsam nein ja ja
Schutzprofil Traverse zu Lamelle ja ja nein
Montage freistehend, am Haus oder ganz ohne Pfosten eingesetzt freistehend, am Haus oder ganz ohne Pfosten eingesetzt freistehend, am Haus oder ganz ohne Pfosten eingesetzt
LED, Heizstrahler, Steckdose, Funksteuerung ja ja ja

Ein Wert in dieser Tabelle wird regelmäßig falsch zitiert: Die 230 kg/m² tauchen auf etlichen Seiten als allgemeine Belastbarkeit von Lamellendächern auf, obwohl sie nur für das filigrane Modell gelten. Und die Traglast der Konstruktion ist nicht die Schneemenge, die auf den geschlossenen Lamellen liegen darf. Das ist eine eigene, viel kleinere Zahl, und was sie bedeutet, steht im Ratgeber Lamellendach im Winter.

Ein Dach, drei Ausführungen: was sich bei 5 × 4 Metern ändert

Nimm die 20 Quadratmeter vom Anfang. Der Grundriss bleibt gleich, die Pfosten stehen an denselben Stellen, das Dach schließt an dieselbe Hauswand an. Was sich ändert, ist das:

Mit dem L50 bekommst du die schlankste Silhouette der Serie. Schmale Stützen, feine Querprofile, ein Dach, das sich zurücknimmt. Seitlich hast du die Wahl zwischen einer angesetzten GranTex-Markise als Sicht- und Windschutz oder Glasschiebeelementen. Eines von beidem, nicht beides.

Mit dem L60 werden Profile und Lamellen kräftiger. Die Lamellen sind doppelwandig, die Traglast der Konstruktion steigt von 230 auf 350 kg/m². Die Senkrechtmarkise sitzt jetzt mit ihrer Führung im Rahmen und ist eingefahren kaum zu sehen. Vor allem aber bleibt genug Anschlagfläche übrig: Glasschiebewand und Beschattung lassen sich kombinieren, an derselben Seite oder verteilt.

Mit dem L70 bleibt alles wie beim L60, und das Lamellenpaket fährt zusätzlich zur Seite. Über dem Tisch ist dann offener Himmel statt Aluminium. Ehrlich dazu gehört die Gegenrechnung: Weil das Paket beweglich ist, entfällt das Schutzprofil, das beim L50 und L60 den Abschluss zwischen Traverse und Lamelle bildet.

Spielt die Schneelast bei der Modellwahl eine Rolle?

Weniger, als die großen Zahlen in den Prospekten vermuten lassen. Ein Lamellendach ist kein Schneedach: Bei Schneefall gehören die Lamellen geöffnet, und wenn trotzdem viel liegen bleibt, wird geräumt. Deshalb schließt der Schneelast-Wert deines Orts kein Modell aus. Alle drei lassen sich überall bauen, vom Bodenseeufer bis ins Oberallgäu.

Was der Ortswert sehr wohl sagt, ist, wie viel Winterarbeit dazugehört. Wie viel Schnee an deiner Adresse anzusetzen ist, gibt die Norm DIN EN 1991-1-3 vor, aus Schneelastzone und Höhenlage. In unserer Region liegen zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Wert mehr als das Fünffache.

Ort Zone Höhenlage Norm-Wert je m² Was das im Winter bedeutet
Ravensburg 1 430 m rund 70 kg in den meisten Wintern genügt es, die Lamellen rechtzeitig zu öffnen
Wangen im Allgäu 3 563 m rund 285 kg die vierfache Last von Ravensburg, Räumen gehört zum Winter dazu
Kempten 3 677 m rund 375 kg die höchsten Werte der Region, hier planen wir den Winterbetrieb von Anfang an mit

Zwischen Ravensburg und Wangen liegen 25 Autominuten. An der Modellwahl ändert das nichts, an der Arbeit sehr wohl. Die Norm-Werte für 30 Städte unserer Region stehen im Ratgeber Schneelast bei Terrassenüberdachungen.

Was kostet ein Warema-Lamellendach?

Für diesen Ratgeber haben wir das Beispieldach in allen drei Ausführungen kalkuliert: 4,00 Meter breit, 5,00 Meter lang, ans Haus angebunden, 2,40 Meter Durchgangshöhe, Funkmotor mit Handsender, pulverbeschichtet. Nur das Dach, ohne Markisen, Verglasung, Beleuchtung und Heizstrahler. Alle Preise inklusive Montage durch unsere eigenen Monteure, Stand August 2026.

Modell Dach 5 × 4 m, inklusive Montage Aufpreis zur Stufe darunter
Lamaxa L50 rund 25.000 € Ausgangspunkt
Lamaxa L60 rund 30.000 € rund 5.000 €
Lamaxa L70 rund 55.000 € rund 25.000 €

Die 5.000 Euro vom L50 zum L60 kaufen dir kräftigere Stützen und Traversen, doppelwandige Lamellen und die Freiheit, seitlich Glas und Beschattung zu kombinieren. Die 25.000 Euro vom L60 zum L70 kaufen dir eine einzige zusätzliche Bewegung. Anders gerechnet: Der Aufpreis für das verfahrbare Dach entspricht ungefähr dem Preis eines kompletten L50-Dachs derselben Größe.

Was in diesen Zahlen nicht steckt: Senkrechtmarkisen, Glasschiebeelemente, LED-Beleuchtung, Heizstrahler und Wetterstation. Diese Ausstattung bewegt die Endsumme oft stärker als die Modellstufe. In Meckenbeuren bei Friedrichshafen zum Beispiel kamen zu einem L50 mit rund 21 Quadratmetern zwei Zip-Senkrechtmarkisen, Funksteuerung und Wetterstation dazu; das Projekt lag in der Kategorie 20.000 bis 40.000 Euro inklusive Montage, Preisstand Herbst 2023.

Zur Planung gehört die Zeit: Von der Bestellung bis zur Montage vergehen in der Regel 10 bis 16 Wochen, ähnlich wie bei einem Wintergarten. Wer im Sommer darunter sitzen will, entscheidet also am besten im Winter oder Frühjahr.

Wie dein Preis zustande kommt, siehst du beim Beratungsgespräch: Wir gehen Größe, Montageart und Ausstattung durch und zeigen dir das geplante Dach als 3D-Visualisierung am Foto deines Hauses. Das Angebot folgt darauf, das Aufmaß erst nach dem Auftrag.

Wann lohnt das verfahrbare Lamellenpaket?

Rund 25.000 Euro für eine einzige Eigenschaft: Bei dieser Summe hat die Frage eine ehrliche Antwort verdient.

Es lohnt sich, wenn dir der Blick nach oben wichtig ist, auf den alten Baum über der Terrasse oder abends auf den Himmel. Und es lohnt sich für die Entlüftung: Gedrehte Lamellen lassen Wärme schon gut nach oben abziehen, ein zur Seite gefahrenes Dach lässt sie komplett entweichen. An schwülen Hochsommertagen ist das der spürbarste Unterschied der ganzen Serie. Dazu kommt das Licht: Liegen hinter der Terrasse Wohnräume, bringt ein offenes Dach im Winter mehr Tageslicht ans Fenster als jede Lamellenstellung.

Es lohnt sich nicht, wenn das Dach ohnehin überwiegend Schatten spenden soll. Wer die Lamellen im Sommer flach legt und im Winter senkrecht stellt, nutzt die Funktion selten. Der Aufpreis ist dann auf einem L60 besser angelegt: in Senkrechtmarkisen gegen die tiefe Sonne, in Licht in den Lamellen und in einem Heizstrahler, der die Saison um Wochen verlängert.

Glaswand oder Markise: warum das L50 nur eines von beidem nimmt

Beide Bauarten können seitlich Glasschiebeelemente aufnehmen, und beide können senkrecht beschatten. Der Unterschied liegt in der Breite der Bauteile, an denen beides befestigt wird. Beim L50 sind Stützen und Traversen schmäler, und die GranTex-Markise wird deshalb unter der Traverse angesetzt. Markise und seitliche Schiebeverglasung nebeneinander sind für diesen Anschlag schlicht zu breit. Beim L60 und L70 läuft die Markisenführung innerhalb des Rahmenprofils, und die kräftigeren Stützen bieten genug Fläche für beides.

Praktisch heißt das: Wenn du heute nur beschatten willst und dir die Glaswand für später offenhalten möchtest, ist das die Stelle, an der die Modellwahl teuer werden kann. Ein von Anfang an mitgedachter Anschlag kostet wenig, ein späterer Systemwechsel viel. Wenn du dagegen weißt, dass eine Seite Glas bekommt und der Rest offen bleibt, reicht das L50 vollkommen.

Wie groß darf es werden?

Das L50 baut bis 4,50 Meter Breite und 6,02 Meter Länge, das L60 und das L70 bis 4,75 Meter Breite und 6,33 Meter Länge. Breite und Länge lassen sich dabei nicht beide gleichzeitig ausreizen, es gilt zusätzlich eine Höchstfläche von rund 27 Quadratmetern beim L50 und knapp 29 beim L60 und L70. Größere Terrassen bekommen mehrere gekoppelte Felder als Reihen- oder Sternanlage, damit sind Anlagen weit jenseits der 100 Quadratmeter möglich.

Alle drei Modelle gibt es freistehend, mit Wandanbindung oder ganz ohne Pfosten, wenn das Dach in einen vorhandenen Baukörper eingesetzt wird, etwa in eine Öffnung im Mauerwerk oder in eine bestehende Betonzarge.

Ist das Lamellendach winterfest?

Ja, alle drei Modelle bleiben ganzjährig stehen. Zwei Regeln sind im Winter wichtig, und sie gelten für jedes Modell gleich: Bei Schneefall gehören die Lamellen geöffnet, und bei Frost oder Vereisung darf das Dach nicht bedient werden. Ein Lamellendach ist außerdem nicht begehbar, dafür sind die Lamellen statisch nicht ausgelegt. Alles Weitere dazu, auch was die Zahlen in den Prospekten wirklich bedeuten, steht im Ratgeber Lamellendach im Winter.

Fazit

Die Modellfrage ist kleiner, als die Prospekte sie wirken lassen, und die Preisfrage größer. Ausstattung bekommst du bei allen drei Lamaxa-Dächern: Licht, Wärme, Steuerung, Glaselemente, Beschattung. Unterschiedlich sind nur die Kräfte, die die Konstruktion abträgt, die Art, wie die Beschattung sitzt, und beim L70 die eine zusätzliche Bewegung.

Deshalb steht die Auswahl in dieser Reihenfolge: zuerst die Frage, ob seitlich Glas, Beschattung oder beides dazukommen soll, denn daran hängt der Schritt zum L60. Dann, ob dir offener Himmel und die volle Entlüftung den Aufpreis zum L70 wert sind, und das ist mit rund 25.000 Euro der größte Posten der ganzen Entscheidung. Die Schneelast an deiner Adresse schließt kein Modell aus, sie sagt dir nur, wie viel Winterarbeit dazugehört.

Was davon an deinem Haus zusammenkommt, sehen wir uns gemeinsam an, gern bei einem Termin in einer unserer Ausstellungen oder direkt am Foto deiner Terrasse. Wie ein Lamellendach grundsätzlich funktioniert, steht auf der Produktseite; die drei Modelle im Detail auf den Systemseiten zum Lamaxa L50, L60 und L70.

Häufige Fragen zum Thema

Beleuchtetes Lamellendach über einer Pool-Lounge am Abend

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